Unterstützung für Betroffene und Nahestehende
Wenn wir gerade die Nachricht einer lebensverkürzenden Diagnose erhalten haben, scheint für einen Moment die Welt stillzustehen. Alles erscheint unwirklich. Wir befinden uns im Schock. Ohnmacht, Angst, Verzweiflung, Trauer und Wut überfallen uns.
Wir wollen es nicht wahrhaben, wollen nichts von dem glauben, was wir gerade gehört oder schwarz auf weiß gelesen haben. Lähmende Fassungslosigkeit, Verwirrung und tiefe Leere greifen immer wieder nach uns. Wir können keinen klaren Gedanken fassen, suchen nach Erklärungen und Hoffnungen. Die Gedanken, Sorgen und Fragen kreisen unaufhörlich, besonders in den Nächten, wenn alles still wird; da fühlen wir uns dann besonders allein:
- „Warum gerade ich?“
- „Warum gerade jetzt?“
- „Ich habe doch Kinder!“
- „Wie soll es jetzt weitergehen?“
- „Ich (oder wir) haben doch gerade erst …“.
- „Was bedeutet das jetzt alles für meine*n Liebste*n, für meine Familie, für meine Freunde?“
- „Wie lange werde ich noch arbeiten und finanziell alles regeln können?“
- „Wieviel Lebenszeit wird mir bleiben?“
- „Wie selbstbestimmt werde ich leben, entscheiden und sterben können?“
Raum und Zeit verschwimmen und nichts mehr scheint so zu sein wie zuvor. Der Alltag verliert seinen gewohnten Halt. Wir fühlen uns hilflos, abgeschnitten von der Welt, die sich einfach weiterdreht. Wir versuchen, einen Anker zu finden. Es ist eine Zeit des Innehaltens, des Nachdenkens und großer Unsicherheiten.
Die wenigsten Menschen haben gelernt, gut mit derartigen Herausforderungen umzugehen.
Oft sind wir unsicher, wissen nicht, wie wir reagieren oder was wir sagen sollen. Viele haben Angst, etwas Falsches zu tun oder zu sagen. Das gilt für Betroffene ebenso wie für Nahestehende, Nachbarn und Menschen aus dem weiteren sozialen Umfeld. Die Sorge, den anderen zusätzlich zu belasten, ist groß.
Manchmal werden Betroffene oder ihnen nahestehende Menschen aus Hilflosigkeit auch gemieden oder man versucht, ihnen lieber aus dem Weg zu gehen. Gleichzeitig werden sie oft mit gutgemeinten Tipps, Büchern, Videos aus dem Internet und jeder Menge Halbwissen überschüttet. Beispiele von spontanen Heilungen, besondere Kraftorte sowie spezielle Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel, die angeblich Wunder wirken sollen, werden fortlaufend ungefragt empfohlen.
Manchmal kommt der ungewöhnliche Gedanke auf, dass die Diagnose auch ein Geschenk sein könnte. Vielleicht geht es darum, den Moment und das Wesentliche wieder bewusst zu genießen und zu lernen, neue Prioritäten zu setzen.
Wenn wir eine lebensverkürzende Diagnose erhalten haben, ist es besonders wichtig, Menschen an unserer Seite zu wissen, die mitfühlen, zuhören und unterstützen. Eine verlässliche Begleitung kann ein guter Anker sein, wenn alles sich plötzlich und stetig verändert, die Gefühle überwältigend werden und immer wieder wichtige Entscheidungen anstehen.
Eine lebensverkürzende Diagnose verändert ALLES – für uns selbst und für die Menschen, die uns nahestehen. Wir sorgen gut für uns, wenn wir uns unterschiedliche Gesprächsräume aufbauen. Mit vertrauten Menschen im engen Familienkreis und mit Freund*innen zu sprechen, kann großen Halt geben, weil diese Menschen unsere Geschichte kennen, unsere Erinnerungen teilen und Teil unseres Alltages sind. Gemeinsam können wir Nähe, Wärme und auch schwere Momente erleben.
Doch oft sind unsere nächsten Menschen selbst stark betroffen. Sie haben ihre eigenen Ängste. Dann kann es entlastend sein, zusätzlich neutrale Unterstützung und Begleitung in Anspruch zu nehmen. Berater*innen, Therapeut*innen oder Hospizfachkräfte hören ohne eigene Erwartungen zu, bringen Erfahrungen aus vielen ähnlichen Situationen mit und können praktische Wege aufzeigen, wie wir mit Angst, Trauer oder Unsicherheit umgehen können. Hier dürfen wir alles aussprechen, was wir vielleicht vor unseren Liebsten lieber zurückhalten würden.
Beides darf nebeneinander da sein! Professionelle Gespräche bieten in einem geschützten Raum Sicherheit und fachliche Begleitung. Gespräche mit Angehörigen schenken persönliche Nähe und Geborgenheit. Beide zusammen können helfen und eine ideale Ergänzung sein, um diese herausfordernde Zeit so selbstbestimmt, getragen und ehrlich wie möglich zu gestalten.
Leben
ist das langsame Ausatmen
der Vergangenheit
und das tiefe Einatmen
der Gegenwart
um genügend Luft
für die Zukunft zu haben.
Mein konkretes Angebot: Selbstbestimmt leben
mit einer lebensverkürzenden Diagnose
Meine vielfältigen Erfahrungen als Hospizkoordinatorin und Sterbebegleiterin sowie die Beratung von Menschen mit lebensverkürzenden Diagnosen während meiner über 30-jährigen Beratungstätigkeit prägen mein Angebot. Derzeit absolviere ich meine Ausbildung zur Sterbeamme bei Claudia Cardinal an der Akademie für Sterbeammen und Sterbegefährten in Hamburg. Diese Erfahrungen und meine persönliche Haltung bewegen mich, Menschen mit lebensverkürzenden Diagnosen in dieser herausfordernden Zeit zu begleiten und zu unterstützen.
Ich begleite Sie in Gesprächen, die Raum geben für Gefühle, Sorgen, Fragen und Hoffnungen. Mein Angebot ersetzt keine ärztliche Beratung oder pflegerische Versorgung. Ich bin weder Ärztin noch Pflegekraft, sondern biete ausschließlich nicht-medizinische Gesprächsbegleitung an.
Auch mit einer lebensverkürzenden Diagnose bleiben Sie der Experte bzw. die Expertin für Ihr Leben und entscheiden selbst, wie Sie Ihre Zeit nutzen, welche medizinischen Maßnahmen sich für Sie richtig anfühlen und wer Sie auf Ihrem Weg begleiten soll.
Wir können gemeinsam erarbeiten, wie Sie Ihre Situation (besser) annehmen und innere Ruhe sowie Gleichmaß finden können.
Sie können mich als Unterstützung an Ihrer Seite haben, um Ihre Sorgen, Ängste, Schmerzen und Trauer auszudrücken und gemeinsam Wege zu finden, besser damit umzugehen.
Gern begleite ich Sie in dieser Lebenssituation dabei, all Ihre Fragen zu stellen, Ihre Gefühle zu fühlen und zu ordnen sowie Antworten für Ihr Leben zu finden.
Ich kann sie dabei begleiten, eine gute Orientierung bei all den wichtigen anstehenden Entscheidungen zu behalten.
Mir liegt Ihr ganz persönlicher Weg am Herzen! Wer und was schenkt Ihnen trotz – und gerade mit – Ihrer Diagnose Halt, Orientierung, Sinn und Lebensfreude?
Es ist mir ein Anliegen, Sie und Ihre Lebensqualität fortwährend zu stärken. Dazu können wir gemeinsam Ihre Bedürfnisse, Wünsche und Ziele erarbeiten, die Ihnen persönlich Kraft geben.
Wie sehen Sie den Sinn des Lebens? Wir können uns darüber austauschen, wie Ihr Weltbild aussieht und was Ihnen Halt, Kraft und Hoffnung gibt.
Sie können mich an Ihre Seite holen, um „Tacheles zu reden“.
Folgende Themen können wir gemeinsam angehen:
- Welche Werte und Prioritäten hatten Sie bisher in Ihrem Leben und was ist JETZT wichtig für Sie?
- Wie sieht es mit Ihrer persönlichen und medizinischen Selbstbestimmung aus?
- Wie wollen Sie Ihren Abschied und Ihre letzte Lebensphase vorbereiten und gestalten?
- Wie sieht es mit Ihrer persönlichen Lebensbilanz aus?
- Wohin mit dem ungelebten Leben?
- Wohin mit den ungeklärten Beziehungen in Ihrem Leben?
Sie können mich mitten in Ihre Familie holen, damit am Ende alles besprochen und geklärt ist und Sie das Gefühl haben, in tiefem Frieden angekommen zu sein.
Sie dürfen mich als Vermittlerin nutzen, um Klärungen herbeizuführen, die Ihnen am Herzen liegen. Ich bin für Sie da und begleite Gespräche mit all den Menschen, die Ihnen wichtig sind.
Gern unterstütze ich Sie auch dabei, Briefe zu schreiben. Manchmal sind Briefe eine gute Möglichkeit, um Gedanken und Gefühle zu ordnen und klar zu formulieren.
In meiner Arbeit ist es mein größter Herzenswunsch, dazu beizutragen, dass in jedem einzelnen Menschen und zwischen den Menschen Frieden wächst – insbesondere in den letzten Phasen des Lebens, wenn Nähe, Verständnis und Ruhe besonders wichtig sind.
In meinen Begegnungen mit Menschen sind Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Klarheit und Transparenz für mich Herzensqualitäten. Gleichzeitig begegne ich dem Leben, dem Sterben und dem Tod immer mit tiefer Barmherzigkeit, Respekt und Demut.
Fast hätte ich vergessen, meinen wichtigsten Mitarbeiter zu erwähnen, den Humor. Humor ist jener kleine Funke, der Licht und Lachen in dunkle Tage zaubert und uns ins Leben zurückholt.
Mein Angebot für Nahestehende
Auch für Angehörige und enge Bezugspersonen ist die Situation oft sehr belastend und geprägt von vielerlei Sorgen, Ängsten und Fragen. Häufig gibt es keine zufriedenstellenden oder abschließenden, allgemeingültigen Antworten.
Ich unterstütze Sie gern dabei, Ihre eigene Rolle im Umgang mit der Situation zu finden. Gemeinsam können wir daran arbeiten, wie Sie die neu hinzugekommene Belastung im Alltag bewältigen und gleichzeitig gut für sich selbst sorgen können.
Ich begleite und unterstütze Sie auch im Trauerprozess, wenn sich der Abschied ankündigt.
Wichtige Hinweise zur Begleitung:
Es ist mir wichtig, ehrlich zu sagen:
Manche Situationen und Beziehungen sind so komplex, dass ich manchmal nur für eine Seite da sein kann. In bestimmten Phasen braucht eine Seite besonders viel Unterstützung – und dann bekommt sie diese voll und ganz von mir.
Manchmal zeigt sich auch, dass eine klare Abgrenzung zwischen Betroffenen und Angehörigen notwendig ist, um für alle bestmöglich da sein zu können. Deshalb kann ich nicht jederzeit uneingeschränkt für alle gleichzeitig da sein. Wir werden jederzeit gemeinsam im Blick behalten, wie eine gute und respektvolle Begleitung möglich ist.
