Manchmal brauchen wir ein Gegenüber, das mit uns das Schwere zusammen ausspricht, betrachtet und in aller Wahrhaftigkeit aushält
An der Seite Sterbender...
Am Ende des Lebens braucht es einen besonders geschützten Raum, in dem Ängste, Fragen und Gefühle Platz haben dürfen.
An der Schwelle des Lebens begleite ich Sterbende und ihre Nahestehenden mit Ruhe, Achtsamkeit und Offenheit, damit alles da sein darf, was sich zeigen will. Wir können in meiner Praxis oder in Ihrem vertrauten Zuhause zusammenkommen, dort, wo es sich für Sie gerade sicher, geborgen und stimmig anfühlt. Dabei biete ich keine medizinischen oder pflegerischen Leistungen an. In meiner Begleitung geht es um Gespräche, Zeit, menschliche Nähe, um genaues Zuhören und Verstehen, Dasein und Gehaltensein, damit Abschiednehmen würdevoll und im Frieden möglich ist.
Oft entsteht eine Art Lebensbilanz: Dinge wollen ausgesprochen, geregelt und verabschiedet werden. Vorstellungen über Leben und Tod verdichten sich. Spätestens jetzt brauchen Sterbende und ihre Zugehörigen Antworten, die zur Ruhe führen, damit Abschied möglich wird und sein darf. Gemeinsam können wir uns den anstehenden Aufgaben, dem Schmerz und den offenen Fragen zuwenden, damit die letzten Dinge am Ende gut besprochen und geklärt sind. Es ist mir ein Herzensanliegen, dass wirklich alles ausgesprochen werden darf, was gesagt werden will, und dass alles in Ruhe benannt werden darf.
Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Leben neigt sich dem Ende, und Sie möchten oder müssen bald Ihren irdischen Körper verlassen, kann Angst aufkommen oder es tauchen viele Fragen zum Leben und Sterben auf.
Ich bin gern an Ihrer Seite!
Was mich in dieser Arbeit trägt
Ich bin ehrenamtliche Sterbebegleiterin und ausgebildete Hospizkoordinatorin für Erwachsene. Meine Weiterbildung zur Sterbeamme bei Claudia Cardinal (Akademie für Sterbeammen und Sterbebegleiter, Hamburg) erlebe ich für meine Arbeit als große Bereicherung. Sie unterstützt mich, meine Begleitung noch einfühlsamer, individuell und würdevoll zu gestalten.
Sterben, Tod und Trauer sind Themen, die mich seit meiner jungen Erwachsenenzeit begleiten: Innerhalb von nur acht Jahren verlor ich in meiner Familie meinen Großvater, beide Großmütter und beide Eltern. Mein anderer Großvater war bereits ein Jahr vor meiner Geburt gestorben. In meiner Familie war es nicht selbstverständlich, Gefühle zuzulassen. Mir wurde verboten, bei der Trauerfeier meiner Mutter zu weinen. Heute weiß ich, wie sehr meine Großmutter und mein Vater damals mit dem Zulassen ihrer eigenen Trauer gerungen haben.
Diese Erfahrungen haben mich tief geprägt und früh den Wunsch in mir geweckt, Menschen zu begleiten, die mit Sterben, Tod und Trauer konfrontiert sind. Ich möchte dazu beitragen, dass Trauernde eine Sprache für das Unfassbare finden, dass sie Worte und Raum für all das bekommen, was sonst vielleicht für immer unaussprechlich und verschlossen bliebe.
Ich wurde auf meinem Weg geführt. Immer wieder wandten sich Freund*innen und zahlreiche andere Menschen aus meinem Umfeld – später auch in meinen verschiedenen Arbeitsfeldern – an mich. Sie teilten mit mir ihre Fragen und Sorgen im Umgang mit schwerer Krankheit, Sterben oder Trauer und suchten nach Rat und Beistand. Jede dieser Begegnungen berührte mein Herz und stärkte zugleich das Wissen in mir, Menschen auf diesen schweren Wegen kraftvoll begleiten zu können. So begann mein Weg in die Trauerbegleitung.
… An der Seite Angehöriger und Nahestehender
Wenn ein geliebter Mensch sich auf den Weg des Sterbens begibt, geraten oft auch seine nächsten und liebsten Menschen an ihre Grenzen. In dieser schweren Zeit begleite ich Sie mit offenen Ohren und einem ruhigen Herzen und zeige Ihnen, dass Sie diesen Weg nicht allein gehen müssen. Ich bereite Sie behutsam auf das Kommende vor und unterstütze Sie dabei, Ihre Liebsten so achtsam und liebevoll wie möglich begleiten zu können.
Ich werde versuchen, Sie emotional zu entlasten, damit Sie genügend Raum und Zeit für Ihre eigene Trauer und Gefühle bekommen. Dabei achte ich auch auf Ihre eigenen Kräfte.
Sie dürfen mit mir alles besprechen, was Sie gerade beschäftigt. Wenn es hilfreich ist, können wir gemeinsam den Abschied Ihres geliebten Menschen vorbereiten und bis über den Tod hinaus so lange in Verbindung bleiben, solange es für Sie unterstützend und angenehm ist.
Es kann wichtig sein, Rituale zu finden und zu gestalten, die Ihnen oder Ihrem sterbenden Angehörigen Trost spenden oder bestimmte Übergänge erleichtern.
Ein allgemeingültiges Rezept dafür, was in dieser Zeit zu tun ist, gibt es nicht. Der Tod sprengt alle Vorstellungen davon, wie etwas sein wird. Eines steht jedoch fest: Wir alle sterben eines Tages. Wir alle haben einen Ursprung und ein Ende, und wir alle wünschen uns ein Sterben ohne Schmerzen oder Leid. Wir wollen unseren nahestehenden Menschen keine Sorgen und keine Last bereiten und hoffen, dass sie den endgültigen Abschied von uns gut verarbeiten können.
In meiner Arbeit als Sterbebegleiterin erlebe ich es als Geschenk, wenn über alles offen gesprochen werden kann – auch über das Unvermeidliche, bis zum Schluss. Das Wohlergehen eines Menschen verstehe ich dabei immer ganzheitlich: Körper, Geist und Seele, das soziale Umfeld, die Sicht auf die Welt und der persönliche Glaube gehören für mich selbstverständlich dazu. All dies beziehe ich in seiner einzigartigen Qualität mit ein.
Spirituelle und kulturelle Sensibilität sind für mich in meiner Arbeit als Sterbebegleiterin Voraussetzung und selbstverständlich. Ich bin offen für verschiedene Glaubensrichtungen, Lebensanschauungen und kulturelle Praktiken.
Gern trage ich dazu bei, dass Gedanken, Ideen und Entscheidungen am Lebensende bewusst gestaltet werden können, damit Sterbende und ihre Nahestehenden gemeinsam bestimmen, was sich für sie in dieser wichtigen Abschiedsphase für alle richtig und stimmig anfühlt.
Ich begleite Sie bei allen Schritten, die Sie sich für den Abschied wünschen: Abschiedsrituale gestalten, die bzw. den Verstorbenen versorgen, Begleitung bei der Aufbahrung und Totenwache, Vorbereitung der Trauerfeier, Begleitung nach der Abschiednahme und Unterstützung in den ersten Phasen der Trauer.
Was unterscheidet meine Arbeit von der Hospizarbeit?
Hospizarbeit ist eher im Gesundheits- und Sozialsystem verankert, sie liegt überwiegend im medizinischen-pflegerischen und organisatorischen Bereich und wird von professionellen und spezialisierten Ärzt*innen und Pflegekräften sowie Hospizdiensten und Ehrenamtlichen getragen. Sie ist häufig an stationäre Einrichtungen oder ambulante Dienste gebunden und folgt klaren Strukturen, Standards und oft auch ärztlichen Anordnungen. Sie zielt darauf ab, im medizinisch-therapeutischen Sinn Schmerzen zu lindern, Symptome zu behandeln und den Alltag in der letzten Lebensphase zu erleichtern. Auch hier werden die Angehörigen begleitet. Die Hospizarbeit ist eng an die Palliativmedizin angebunden. Diese Medizin konzentriert sich nicht mehr auf Heilung und Lebensverlängerung aus, sondern auf Linderung und Lebensqualität.
In meiner Arbeit als Sterbebegleiterin und angehende Sterbeamme bin ich nicht auf medizinische oder pflegerische Tätigkeiten ausgerichtet und somit nicht in das Gesundheitssystem eingegliedert. Ich arbeite freier und individueller und biete vor allem menschliche und seelische Begleitung und Unterstützung an. Meine Arbeit orientiert sich nicht an institutionellen Vorgaben.
Ich arbeite als Brücke zwischen Leben und Tod, zwischen Sterbenden und ihren Nahestehenden, zwischen alltäglichen und spirituellen Bedürfnissen. Ich frage nach dem Weltbild, das Menschen bewegt, danach, was ihnen Kraft gibt und wie sie und ihre Angehörigen angesichts des Todes Trost und Entspannung erfahren können.
Mein Begleitungsangebot beginnt auf dem Weg des Abschieds nicht erst in den letzten Tagen und Wochen des Lebens, sondern oft schon deutlich früher, z.B. bei der Auseinandersetzung mit Sterblichkeit, Trauer oder Lebenskrisen. Im Mittelpunkt stehen Gespräche, Fragen nach dem Sinn, Rituale, Zeit, Achtsamkeit, seelsorgerische und spirituelle Impulse; je nach den individuellen Bedürfnissen der Ratsuchenden. Meine Arbeit versteht sich als Tätigkeit „zwischen den Welten“. Ich arbeite begleitend, stärkend und verbindend, sozusagen als emotionale und menschliche Geburtshelferin für den letzten Lebensabschnitt.
