… nicht allein sein in schweren Zeiten
Ich begleite Einzelpersonen, Familien oder auch Teams in Zeiten von Trauer und Schmerz und freue mich, Sie auf Ihrem Weg ein Stück begleiten zu dürfen.
Mein Weg in die Trauerbegleitung ist sowohl durch meine beruflichen Qualifikationen als auch durch persönliche Erfahrungen geprägt. Als Diplom-Pädagogin und Systemische Therapeutin habe ich in ganz unterschiedlichen Bereichen der Sozialen Arbeit unzählige Lebensgeschichten begleitet. Jede brachte ihre eigenen Verluste und Herausforderungen mit sich. In diesen Begegnungen habe ich verstanden, wie vielfältig Menschen mit Verlust, Abschied und Trauer umgehen und wie wertvoll ein einfühlsames Gegenüber in schweren Zeiten sein kann.
Später als Hospizkoordinatorin und ausgebildete ehrenamtliche Sterbebegleiterin wurde mir noch bewusster, wie groß die Sprachlosigkeit rund um Abschied und Trauer in unserer Gesellschaft ist. Sie legt sich wie ein bleierner Schatten über vieles. Umso wichtiger ist es, dass wir Worte und Räume schaffen, in denen Trauer Platz haben darf und in denen Trauernde individuell und behutsam begleitet werden, bis sie wieder Vertrauen ins Leben fassen können.
Weitaus prägender waren jedoch meine eigenen Erfahrungen. In meinen jungen Erwachsenenjahren sind innerhalb von acht Jahren fünf nahe Angehörige gestorben, darunter meine beiden Eltern. Diese intensive Zeit der Abschiede ließ mich die vielen Gesichter von Trauer unmittelbar erfahren und legte den Grundstein für meine heutige Arbeit in der Trauerbegleitung. Ich hätte damals so sehr jemanden gebraucht, der einfach da ist, der zuhört, mit mir Worte für das Unfassbare findet und die einzelnen Verluste Schritt für Schritt mit mir gemeinsam aushält. Es war noch eine andere Zeit, und zudem waren alle um mich herum selbst betroffen.
Was ist Trauer
Trauer ist eine natürliche Reaktion auf einen Verlust.
Der Verlust eines geliebten Menschen durch Tod verändert alles und hinterlässt oft ein leeres Zuhause im Herzen, eine Stille, die fremd und schwer zu ertragen ist. Trauer zeigt sich jedoch nicht nur, wenn ein geliebter Mensch stirbt, sondern auch in vielen anderen Lebenssituationen. So können wir in einen tiefen Trauerprozess kommen, wenn ein Lebensabschnitt endet … wenn unsere Kinder ausziehen … während und nach einer Trennung … wenn unsere Lebenspläne sich nicht umsetzen lassen oder durch bestimmte Umstände durchkreuzt werden … wenn ein Tier stirbt, das uns lange begleitet hat … wenn wir unseren alten Lebensort verlassen und umziehen ... wenn wir unseren Arbeitsplatz verlieren, wenn wir uns vom aktiven Berufsleben verabschieden und in den Ruhestand gehen … wenn unsere körperliche Vitalität nachlässt, … wenn wir oder unsere Liebsten schwer erkranken.
Trauer kann uns auch mitten in freudigen Planungen begegnen, weil eine Veränderung bevorsteht, die uns zwingt, etwas Altes, Bekanntes und Sicheres loszulassen.
Trauer kann sehr unterschiedlich aussehen. Sie ist so individuell wie jeder Mensch selbst. Manche erleben sie als tiefe Leere, andere als Wellen von Schmerz, wieder andere spüren vor allem eine unglaubliche Erschöpfung oder den tiefen Wunsch nach Rückzug. Trauer kennt keine festen Zeiten und keinen vorgegebenen Ablauf. Menschen haben immer wieder versucht, Trauer in feste Phasen einzuteilen, die aufeinander aufbauen. Doch Trauer hält sich nicht an klare Regeln. Sie kommt und geht, wann sie will, sie überfällt uns, fordert Raum und einen Ausdruck. Mal spüren wir einen Moment der Erleichterung oder ein Gefühl von Besserung, dann wieder scheint gar nichts mehr zu gehen und alles stillzustehen.
Trauer gehört zum Leben. Und doch fühlt sie sich oft überwältigend an. Viele Menschen finden eigene Wege, mit Verlusten umzugehen. Manchmal wird die Last zu groß oder das Alleinsein zu schwer. In solchen Momenten kann eine Trauerbegleitung hilfreich sein.
Das Leben schrumpft
oder dehnt sich aus –
proportional
zum eigenen Mut
(Anaïs Nin)
Begleitung kann sinnvoll sein, wenn …
- Sie sich überfordert, traurig oder unsicher fühlen.
- Sie sich jemanden neben sich wünschen, der oder die aufmerksam zuhört, Sie unterstützt und durch diese schwere Zeit begleitet.
- der Abschied schwerfällt und Sie sich einen einfühlsamen Raum für Ihre Trauer und Erinnerungen wünschen.
- der Schmerz nicht nachlässt und immer wieder Ihren Alltag bestimmt.
- Sie das Gefühl haben, niemanden aus dem eigenen Freundeskreis oder andere soziale Kontakte (noch länger) mit Ihrer Trauer belasten zu können oder zu wollen.
- Schuldgefühle, Wut oder Hilflosigkeit überhandnehmen.
- Sie niemanden mehr sehen mögen und sich immer mehr zurückziehen.
- Sie sich Raum und Zeit wünschen, um Gefühle zu verarbeiten, Fragen zu klären oder bewusst Rituale zu gestalten.
- es Ihnen schwerfällt, Ihren Verlust und Ihre Trauer in Ihren Alltag zu integrieren – wenn Sie das Gefühl haben, in Parallelwelten zu leben, die sich kaum miteinander verbinden lassen.
- bei Ihnen plötzlich starke körperliche Symptome ohne eine medizinische Erklärung auftreten.
- Sie in einer früheren Situation nicht ausreichend unterstützt wurden, nicht richtig trauern konnten oder keinen guten Abschluss und Abschied finden konnten. Trauer ist nachholbar.
Trauerbegleitung bedeutet nicht, „die Trauer schneller hinter sich zu bringen“, wenn ich zu jemandem gehe, der sich damit auskennt. Sie schafft Raum, den eigenen Gefühlen eine Stimme und einen Platz zu geben, Orientierung zu finden und Schritt für Schritt wieder Kraft für das Leben zu gewinnen.
Trauerbegleitung kann auch Jahrzehnte nach einem Ereignis noch sinnvoll sein. Trauer kann sozusagen nachgeholt werden. Ein viel später geschriebener Brief, ein spät geführtes Gespräch in einer annehmenden Atmosphäre oder ein später gestaltetes Ritual können eine tiefe Wirkung entfalten und neue Kraft schenken, um Aussöhnung, Frieden oder Heilung zu erfahren.
Das Gefühl der besonderen Trauer
Vielleicht haben Sie das Gefühl: „Meine Trauer ist eine ganz spezielle und mein Schmerz ist ganz anders als bei anderen Menschen. Damit kann bestimmt niemand umgehen und ich will auch niemanden mit solch einer schweren Geschichte belasten.“ Das kann so sein, wenn ein geliebter Mensch durch Suizid aus dem Leben gegangen ist oder wenn gar ein Kind den Suizid gewählt hat. Es kann sich auch so anfühlen, wenn ein Kind als ganz kleines Menschlein bereits sterben musste oder wenn ein geliebter Mensch durch Gewalt ums Leben kam. Vielleicht denken Sie, dass Sie mit diesem Thema auf gar keinen Fall nach draußen gehen können.
Diese Verluste sind oft besonders schwer in Worte zu fassen. Wichtig ist, zu verstehen: Trauer ist Trauer. Es gibt keine leichtere oder schwerere, keine berechtigtere, bessere oder schlimmere Trauer. Jeder Verlust ist einzigartig und verdient seine eigene Würdigung, seinen eigenen Raum und seine eigene Zeit. Wichtig ist auch, dass Sie sich nicht selbst ausschließen, weder aus dem Leben noch aus Ihren Gemeinschaften, denn gerade in der Verbindung mit anderen Menschen kann Trauer beginnen, Wandlung und Heilung zu erfahren.
Bitte trauen Sie sich, diesen ersten Schritt zu wagen. Bleiben Sie nicht allein! Vielleicht haben Sie Recht und Sie können nicht jedem Menschen Ihre Trauer hinhalten. Dann gehen Sie bitte weiter und schauen, wo die Tür sich öffnet und es sich gut und warm und verständnisvoll anfühlt.
Trauer hat ihre eigenen Aufgaben. Bitte verzweifeln Sie nicht. Holen Sie sich Hilfe und Unterstützung. Und bitte machen Sie sich klar: Es gibt kein Haus, in dem die Trauer nicht schon einmal angeklopft hätte. Sie sind mit ihrer Erfahrung nicht alleine!
Wie ich Trauer begleite
Der Name HerzAnkerRaum sagt vielleicht schon alles: Ein Ort, an dem Trauer Platz hat, das Herz Halt und Ruhe findet und Menschen auf ihrem ganz eigenen Weg begleitet werden.
Sie sind herzlich willkommen mit allem, was Sie gerade umgibt, was hinter Ihnen liegt, was in Ihnen ist und wovor Sie in Ihrer jetzigen Situation vielleicht Angst haben. Vielleicht wissen Sie gerade nicht, wie es weitergehen soll oder woher Sie die Kraft für die nächsten Schritte nehmen sollen.
In unseren Gesprächen darf alles da sein: Tränen, Erinnerungen, Wut, Liebe, Fragen, leise Hoffnungsfunken, Sehnsucht, Verzweiflung, kleine neue Schritte und Lachen. Alles darf nebeneinander und gleichzeitig bestehen. Heute so, morgen vielleicht anders. Nichts muss innerhalb einer bestimmten Zeit „geschafft“ sein. Es geht nicht darum, Erwartungen zu erfüllen oder für irgendjemanden „richtig“ zu sein. Sie dürfen in Ihre eigenen Lösungen hineinwachsen.
Mein Wunsch ist, dass Sie in der Trauer Halt spüren und die Verbindung zu sich selbst und zu Ihren Erinnerungen wiederfinden. Es geht nicht darum, Trauer zu „bewältigen“, sondern ihr einen Platz zu geben. Es geht darum, Schritt für Schritt „JA“ zum Verlust zu sagen und sich selbst behutsam dem Leben wieder zuzuwenden. Ich bin da, halte mit Ihnen gemeinsam aus, spüre mit, ohne zu bewerten.
Jeder Trauerweg ist einzigartig. Manchmal reicht ein einziges Gespräch, manchmal ist eine Begleitung über einen längeren Zeitraum sinnvoll. Sie bestimmen jederzeit, was Sie brauchen und wie lange Sie sich eine Unterstützung wünschen.
Manchmal braucht es das Gespräch, manchmal das stille Miteinander. Kleine Rituale können Halt geben: Eine Kerze, ein Brief, ein gemeinsamer Spaziergang, … beim Gehen lassen sich Gedanken manchmal leichter ordnen. Auch Erinnerungsstücke zu gestalten oder neue Strukturen im Alltag zu entwickeln, kann hilfreich sein. Ich begleite Sie dabei, herauszufinden, was für Sie wichtig und stimmig ist. Gemeinsam machen wir uns auf die Suche nach dem, was Ihnen neue Kraft gibt und Ihre Situation wieder ein wenig heller, freundlicher und hoffnungsvoller werden lässt.
Ich verstehe mich nicht als Ratgeberin, die fertige Antworten für Sie bereithält, sondern als Weggefährtin, die ein Stück des Weges an Ihrer Seite geht.
Ich lade Sie herzlich zu einem ersten Gespräch ein.
Vielleicht wünschen Sie sich den Austausch mit anderen Menschen, die selbst gerade in Trauer sind. In einer Gruppe mit Menschen, die gerade Ähnliches erlebt haben oder fühlen, kann es erleichternd sein, Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu stärken.
